Klein, fein, unauffällig: Im-Ohr Hörgeräte nutzen die Schalltrichterfunktion der Ohren

10.06.2018

Wer erkennt, aus welcher Richtung ein Ton kommt, kann sich im Alltag wie im Gespräch in geselliger Runde besser orientieren. Für das räumliche Hören spielt die natürliche Form der äußeren Ohren eine entscheidende Rolle, haben jetzt Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Montreal genauer erforscht. Benutzer von Im-Ohr Hörgeräten profitieren weiterhin von der natürlichen Schalltrichterfunktion der Ohren.

Natürliche Funktionen erhalten

Ob ein Schallsignal von rechts oder von links kommt, erkennt das Gehirn durch eine leichte Zeitverzögerung, mit der es auf dem rechten oder linken Ohr eintrifft. Das war bereits bekannt. Jetzt haben die Wissenschaftler erkannt, dass die Form unserer Hörorgane mit all ihren Unregelmäßigkeiten beeinflusst, wie die aus allen Richtungen eintreffenden Schallwellen in das Innenohr reflektiert werden. Aus diesen individuellen Reflektionsmustern ermittelt unser Gehirn, ob ein Ton von oben oder unten kommt. Das ist nur möglich, weil das Gehirn die Form der eigenen Ohren genau kennt und die Aktivitäten im Hörcortex entsprechend gesteuert werden.

Bei einem Hörverlust kommen an dieser Stelle Im-Ohr Hörgeräte ins Spiel. Weil sie direkt im Gehörgang sitzen, kann die Ohrmuschel wie beim natürlichen Hören als Schalltrichter und Reflektor funktionieren. Bei Hörgeräten, die hinter dem Ohr getragen werden, muss diese Aufgabe die Mikrofontechnik leisten. Zwar könne sich das Gehirn darauf einstellen und anpassen, braucht dafür aber Zeit für die Gewöhnung, so die Wissenschaftler. Sie wollen mit ihren Forschungen dazu beitragen, Hörgeräte zu verbessern, merken aber auch an, dass Patienten häufig unterschätzen, dass das Gehirn Zeit zur Gewöhnung braucht, um sich an die neuen Bedingungen mit Hörgeräten zu gewöhnen.

Unauffällig im Gehörgang

Kein Ohr ist wie das andere, jedes ist absolut einzigartig. Deshalb gehört es zur hohen Kunst des Hörakustikers, aus einem Ohrabdruck ein maßgeschneidertes Gehäuse zu fertigen, dass auf den Millimeter in den Gehörgang des Kunden passt. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil der Im-Ohr-Geräte: Man sieht sie kaum. Das, so zeigt die Erfahrung wie Umfragen, spielt bei der Entscheidung für Hörgeräte immer noch eine wichtige Rolle. Auch die Einstellung der Hörgeräte lässt sich weitgehend unauffällig verändern. Man nimmt einfach sein Smartphone zur Hand und bedient die entsprechende App, die drahtlos mit den Hörgeräten verbunden ist. Unauffälliger geht es nicht.

Alternative sitzt hinter dem Ohr

Eine Einschränkung allerdings gibt es: Wenn die Gehörgänge zu eng sind oder der Hörverlust zu weit fortgeschritten. In diesem Fall empfehlen die Hörakustiker kleine Hörgeräte, die die Kunden ganz unauffällig hinter dem Ohr tragen. Die Welt der Töne ist im Sommer besonders vielfältig. Es lohnt sich, genau hinzuhören und dem eigenen Hörsinn Aufmerksamkeit zu schenken, wissen die Mitglieder des Qualitätsverband Pro Akustik. In ihren Meisterbetrieben führen sie Ihnen gerne persönlich vor, auf was es dabei ankommt.

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